Am 11. März 2011 um 20:50 wurden die ersten Bewohnerinnen im 5-Kilometer-Radius um das Atomkraftwerk von Fukushima evakuiert. Bis zum 25. März mussten im Umkreis von 20 Kilometern ungefähr 80.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Diese Zone wurde zum Sperrgebiet erklärt. Nun haben es sich Wissenschaftlerinnen zum Ziel gesetzt, dieses Gebiet wieder bewohnbar zu machen. – Von Ines Lengauer

In einer malerischen Landschaft in Kamogawa, 100 km südöstlich von Tokyo, setzen Japanerinnen Reispflanzen im kniehohen Wasser. Es handelt sich nicht um Reisbäuerinnen, sondern um Städterinnen aus Tokyo. Sie sind Freiwillige des „Tanada Ownership Systems“, einem Konzept zur Verpachtung von Reisterrassen an Privatpersonen. So sollen die Satoyama – traditionelle Kulturlandschaften – erhalten werden. – Von Sothany Kim

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung in Hongkong setzen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie das Clean Air Network (CAN) seit Jahren auf Künstlerinnen, um ein breites Publikum zu erreichen und Bewusstsein zu schaffen. So kann die Kunst einen wichtigen Beitrag zu einer Verbesserung der Situation in einem der größten Ballungsräume Chinas leisten. – Von Thomas Immervoll

Taiwan gestaltet seine nationale Politik gemäß dem Entwicklungsparadigma „Nachhaltigkeit“, um den zunehmenden sozialen und ökologischen Problemen zu begegnen. Dazu gehören knappe Ressourcen, wachsender Energieverbrauch und steigende Treibhausgasemissionen. Im Bereich des Umwelt- und Klimaschutz gilt die kleine Inselnation als Vorreiterin. Oft stehen jedoch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. – Von Julia Ritirc

2006 wurde die Stadt Linfen in der chinesischen Provinz Shanxi vom Blacksmith Institute zu einer der zehn meistverschmutzten Städte der Welt gekürt. Die Stadtregierung schloss daraufhin über 1000 Fabriken und beschloss zahlreiche weitere umwelttechnische Verordnungen. Mittlerweile ist Linfen zu einem Vorzeigemodell hinsichtlich Umweltpolitik geworden. – Von Ingomar Stöller

Im Zentrum von Hangzhou erlangt ein vorwiegend von Pensionärinnen bewohntes Viertel nationale Aufmerksamkeit. Rüstige Rentnerinnen schrauben an Ventilatoren, schneidern Taschen aus alten Jeans oder funktionieren Pflanzen zu Vorhängen um. Das Nachhaltigkeitsprojekt in Dongpingxiang zeigt: China geht originelle Wege, um das Bewusstsein der Bürgerinnen für den Klimaschutz zu wecken. – Von Falko Loher

Bei Ling (*1959, Shanghai) lebt als Schriftsteller und Essayist in den USA und in Taiwan. Von ihm erschienen unter anderen „Der Freiheit geopfert – Die Biographie des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo“ (2011) und „Ausgewiesen. Über China“ (2012). Esther Dischereit interviewte ihn für das Reispapier. – Von Esther Dischereit

In Zeiten gesellschaftlicher Anspannung bieten Kunstformen wie Musik eine Möglichkeit, den eigenen Unmut für ein Publikum hörbar zu machen. Im Japan der 1960er und 1970er Jahre, das von der studentischen Demonstrationsbewegungen und der Unzufriedenheit vieler Japanerinnen mit der eigenen Regierung geprägt war, wurde Musik als ein Mittel des sozialen Widerstandes genutzt. – Von Michael Prammer

Die Verbannung der japanischen Schauspielerin Aoi Sora aus dem chinesischen Fernsehen ist beispielhaft für die Entwicklungen in der Medienzensur in der Volksrepublik der letzten Monate. Gleichzeitig ist umstritten, wie weit die staatlichen Restriktionen im Mediensektor gehen sollen. – Von Thomas Immervoll