Japan ist neben den USA und China eine der wenigen führenden Industrienationen, in denen Hinrichtungen auch heute noch vorgenommen werden. Innerhalb der letzten zehn Jahre wurden insgesamt 44 Menschen hingerichtet; 132 weitere warten noch in ihren Zellen. Die Hinrichtung an sich ist jedoch bis heute noch weitgehend ein Tabuthema. – Von Michael Prammer

Nach dem Sturz des Parteisekretärs Bo Xilai im März 2012 machte die chinesische Regierung mit der Verschärfung der Internetzensur auf sich aufmerksam. Unter anderem wurde Weibo, das chinesische Pendant zu Twitter, unter strengere Kontrolle gestellt und alle Suchanfragen zu Bo Xilai gesperrt. – Von Clemens Schweizer

Unter der Woche kann man sich leicht nach Ni-chome, Shinjuku verirren, ohne zu merken, dass man sich im größten Schwulenviertel der Welt befindet. Im Gegensatz zu den schrillen Leuchtreklamen der Hetero-Vergnügungsmeile Kabuki-cho weisen hier nur kleine, eher unauffällige Schilder den Weg zu den Bars und Clubs – viele davon übereinander in den kleinen Hochhäusern, die das Stadtbild dieses Viertels prägen. – Von Susanne Pessentheiner

Es herrscht reges Treiben in der Haupthalle des Sensoji in Asakusa, des ältesten budd-histischen Tempels Tokyos. Gerade findet eine religiöse Zeremonie statt, die von andächtigen Gläubigen wie auch Touristen beobachtet wird. Doch auch versteckt wird die Zeremonie beobachtet, denn der gesamte Raum wird von insgesamt neun Videokameras gefilmt, die eine nahtlose Überwachung garantieren. – Von Michael Prammer

Am 11. März 2011 löste ein Seebeben vor der Küste Nordjapans einen Tsunami aus, durch den über 15.000 Menschen zu Tode kamen. Das Atomkraftwerk „Fukushima I“ wurde so stark beschädigt, dass es zu mehreren Kernschmelzen kam. Die Katastrophe erstreckte sich nicht nur auf die Landschaft, Infrastruktur und Politik des Landes, sondern hatte auch Veränderungen in der Sprache zur Folge. Seit dem 11. März tauchten überall in Japan Schlagworte auf – eines davon ist das zum Schriftzeichen des Jahres 2011 gewählte Wort kizuna. – Von Evamaria Itose-Agy

In dem 2010 im Ueberreuter Verlag erschienenen Buch „Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten“ erzählen die österreichischen Journalisten Ingrid Steiner-Gashi und Dardan Gashi die Lebensgeschichte eines seit zwanzig Jahren in Österreich lebenden ehemaligen nordkoreanischen Agenten. – Von Patrick Vierthaler

Eine Weltkarte mit rosa Pins auf der Startseite, generiert aus den Besucherstatistiken, verrät, dass Menschen aus aller Welt den Weblog von Ishimoto Yuki lesen. Der Header zeigt Bilder von Ishimotos Tochter Alice und ihren Katzen. Seit 2008 schreibt die Japanerin in ihrer Landessprache über ihr Leben und das ihrer Freunde und Verwandten in Wien. – Von Bernhard Stern und Thomas Immervoll

Die Zensur durch die Volksrepublik China mache „keinen Halt vor der geografischen Grenze“ des Landes, auslandschinesische Medien seien „rotinfiltriert“ und übersee-chinesische Communities leiden an der „Unterdrückung unabhängiger Stimmen“ und der „Manipulation der öffentlichen Meinung.“ Aussagen wie diese werden seit Jahren unter einigen KPCh-kritischen auslandschinesischen Medienvertretern laut, die sich mit der Politik der chinesischen Regierung gegenüber auslandschinesischen Presse-, Internet-, Fernseh- und Rundfunkmedien konfrontiert sehen. – Von Carsten Schäfer