Ein Schalenwild das bis ins Burgenland anzutreffen ist, tummelt sich in riesigen Rudeln vor dem Todai-ji in Nara. An zahlreichen Merchandise-Ständen erfreuen sich besonders Kinder an Produkten zu dem Thema. Das öffentliche Image des gepunkteten Sika-Wilds ist „süß“, handzahm und zutraulich. – Von Arthur Müller

Wie fast jeden Morgen wache ich mit schrecklichen Rückenschmerzen und einem steifen Nacken auf. Das liegt aber nicht daran, dass ich nun bereits seit über einem Monat auf einer hauchdünnen Matratze am Boden schlafe. Vielmehr zeigen mir diese Schmerzen, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben tagtäglich beinharte körperliche Arbeit verrichte. Als ich Anfang September in Sanan ankam, dachte ich nicht, dass mir das südkoreanische Landleben so zu schaffen machen würde. Ich ahnte aber auch nicht, dass dieses kleine, von der Konsumwelt der kapitalisieren Gesellschaft Südkoreas weitgehend abgeschnittene Dorf mein Leben so nachhaltig verändern würde. – Reportage von Mark-Stephan Kolesik

Die Industrie der ‘grünen Atomenergie’ floriert in Südkorea. Die Politik versucht ihr ein neues, sauberes Image zu verpassen. Gestützt wird sie dabei von der Atomlobby Südkoreas. Südkoreas Regierung wirbt mit dem Slogan „Weniger Kohle, grüneres Wachstum“. Aber ist dieser eingeschlagene Weg wirklich so grün, wie er von Seoul gerne dargestellt wird? – Von Mark-Stephan Kolesik

Am 11. März 2011 um 20:50 wurden die ersten Bewohnerinnen im 5-Kilometer-Radius um das Atomkraftwerk von Fukushima evakuiert. Bis zum 25. März mussten im Umkreis von 20 Kilometern ungefähr 80.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Diese Zone wurde zum Sperrgebiet erklärt. Nun haben es sich Wissenschaftlerinnen zum Ziel gesetzt, dieses Gebiet wieder bewohnbar zu machen. – Von Ines Lengauer

In einer malerischen Landschaft in Kamogawa, 100 km südöstlich von Tokyo, setzen Japanerinnen Reispflanzen im kniehohen Wasser. Es handelt sich nicht um Reisbäuerinnen, sondern um Städterinnen aus Tokyo. Sie sind Freiwillige des „Tanada Ownership Systems“, einem Konzept zur Verpachtung von Reisterrassen an Privatpersonen. So sollen die Satoyama – traditionelle Kulturlandschaften – erhalten werden. – Von Sothany Kim

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung in Hongkong setzen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie das Clean Air Network (CAN) seit Jahren auf Künstlerinnen, um ein breites Publikum zu erreichen und Bewusstsein zu schaffen. So kann die Kunst einen wichtigen Beitrag zu einer Verbesserung der Situation in einem der größten Ballungsräume Chinas leisten. – Von Thomas Immervoll

Taiwan gestaltet seine nationale Politik gemäß dem Entwicklungsparadigma „Nachhaltigkeit“, um den zunehmenden sozialen und ökologischen Problemen zu begegnen. Dazu gehören knappe Ressourcen, wachsender Energieverbrauch und steigende Treibhausgasemissionen. Im Bereich des Umwelt- und Klimaschutz gilt die kleine Inselnation als Vorreiterin. Oft stehen jedoch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. – Von Julia Ritirc

2006 wurde die Stadt Linfen in der chinesischen Provinz Shanxi vom Blacksmith Institute zu einer der zehn meistverschmutzten Städte der Welt gekürt. Die Stadtregierung schloss daraufhin über 1000 Fabriken und beschloss zahlreiche weitere umwelttechnische Verordnungen. Mittlerweile ist Linfen zu einem Vorzeigemodell hinsichtlich Umweltpolitik geworden. – Von Ingomar Stöller

Im Zentrum von Hangzhou erlangt ein vorwiegend von Pensionärinnen bewohntes Viertel nationale Aufmerksamkeit. Rüstige Rentnerinnen schrauben an Ventilatoren, schneidern Taschen aus alten Jeans oder funktionieren Pflanzen zu Vorhängen um. Das Nachhaltigkeitsprojekt in Dongpingxiang zeigt: China geht originelle Wege, um das Bewusstsein der Bürgerinnen für den Klimaschutz zu wecken. – Von Falko Loher